Was tun gegen die große Hitze ?

Was tun gegen die große Hitze ? Wie Sie sich auch im Alter schützen können

Sommerliche Hitzeperioden und belastende Schwühle bergen für ältere Menschen, insbesondere für Menschen mit Behinderungen, hohe Gesundheitsrisiken. Die Situation ist dem fortschreitenden Klimawandel geschuldet, der vermehrt zu extremer Hitze tagsüber oder zu hohen Temperaturen in der Nacht führen kann. Besonders mehrtätige Phasen mit großer Hitze sind von besonderer Bedeutung. Mehrere Maßnahmen helfen, sich vor den Auswirkungen von Hitzeperioden zu schützen, diese abzumildern. Nur eines ist wirklich sicher: Jede Hitzeperiode geht einmal vorbei, danach folgt garantiert eine heiß ersehnte Abkühlung.

Gesundheitsstörungen steigern sich mit jedem Grad mehr Hitze

Kein Mensch kann sich sein ganz persönliches Wetter, am besten ohne große Hitze oder Schwühle auswählen. Im Gegenteil, Wetterberichte und Vorhersagen sind und bleiben die Sache von Meteorologen. Erreichen die Temperaturen eine Marke von über 30 Grad im Schatten, beginnen die Menschen, sich nach Abkühlung zu sehnen. Vor allem ältere Menschen warten sehnsüchtig auf ein milderes Klima. Halten die hohen Temperaturen für längere Zeit an, macht sich das heiße Wetter bei Senioren bemerkbar.
Ihre aktiven Schweißdrüsen sind über die Jahre weniger geworden, was automatisch eine reduzierte Wärmeregulierung bedeutet. Atemprobleme sind häufige Folgen. Ihr geringerer Flüssigkeitshaushalt führt beim Schwitzen eher zu einem Flüssigkeitsmangel, als Folge der Hitze kommt es oft zu Kreislaufproblemen. Besonders bei Menschen, die bereits unter Herzerkrankungen oder akuten Atemproblemen leiden. Der Körper wird entsprechend hoch belastet, das körpereigene Kühlsystem kommt schnell an seine Grenzen. Weitere Folgen sind Kopfschmerzen, Erschöpfungszustände oder Schlafstörungen.
Gerade in den Nachtstunden muss der menschliche Körper weiter mit den Folgen von Hitzewellen fertig werden. Von Erholung bleibt meistens keine Spur, die Tropennächte fordern nun einmal ihren Tribut. In diesem Zusammenhang erinnern sich die Deutschen meist ungern an die extreme Hitze des Jahres 2018, mit großen Einschränkungen der Mobilität und gerade ältere Menschen werden folgende Tipps und Ratschläge beherzigen wollen, um mit wiederkehrenden Hitzeperioden besser fertig zu werden.

Viel trinken hilft dem Flüssigkeitsverlust auf die Sprünge

Mit dem Hinweis auf „viel Trinken“ sind selbstredend keine alkoholischen oder eiskalte Getränke gemeint, die lediglich gefäßerweiternd wirken und im schlimmsten Fall zu Kreislaufproblemen führen können. Um den erhöhten Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, sollten sich Senioren lieber an die Zuführung von Mineralwasser oder mit Wasser vermischte Obst- und Gemüsesäfte halten. Experten raten bei Durst zu mindestens drei Litern am Tag, am besten kommt der Körper sogar mit lauwarmen Getränken oder heißen Tees zurecht.
Was jedoch die Trinkmengen angeht, müssen besonders chronisch Kranke, die unter Herz-, Nieren- oder Leberkrankheiten leiden, besonders aufpassen. Fragen sollten sie deshalb lieber ihren Arzt oder Apotheker, der gut abschätzen kann, wie groß die maximalen Flüssigkeitsmengen von Fall zu Fall sein sollten. Trotz Durst: So sehr der Wunsch nach eiskalten Getränken verständlich sein mag: Sie helfen zwar kurzfristig, doch danach schwitzt der Körper umso mehr.
An heißen Tagen sind auch fettige Speisen besser tabu, sie belasten nämlich lediglich den Magen. Auch heiße Suppen sind ungeeignet. Der Speiseplan sollte also an die Wetterverhältnisse angepasst werden und so aussehen: Frische Salate, leckeres Obst und Gemüse. Spürbare positive Merkmale der gesunden Ernährungsweise sind körperlich erhöhte Fitness sowie eine verbesserte Mobilität.

Klimaanlagen und Ventilatoren sind kontraproduktiv

Dem Körper an heißen Tagen kühle Luft durch die heimische Klimaanlage oder von Ventilatoren zuzuführen, mag durchaus ihren Reiz haben. Ein Zuviel des Guten, sich lange im alten Luftstrom aufzuhalten, kann jedoch zu Erkältungssymptomen beziehungsweise zu Kreislaufproblemen führen. Fachleute raten dazu, sich an diesen Tagen besser in der Wohnung aufzuhalten, zumindest aber in den extrem heißen Mittagsstunden. Der Ventilator kommt lediglich zum Einsatz, um die Temperatur des bevorzugten Zimmers ein wenig abzukühlen. Um die heißen Auswirkungen der Sonneneinstrahlung noch mehr zu reduzieren, ist es sinnvoll, die Rollläden an Fenstern und Türen herunterzulassen, sie wenigstens aber mit zugezogenen Vorhängen zu schützen. Erst in den frühen Morgen- und späten Abendstunden ist genügend Zeit, um die Räumlichkeiten durchzulüften.

Der Hitze mit Sonnenschutz und luftiger Kleidung entgegenwirken

Auch älteren Menschen wird es an heißen Tagen nicht erspart bleiben, sich einmal draußen in der Hitze aufzuhalten, um beispielsweise wichtige Haushaltsdinge einzukaufen. Zu den hilfreichen Sonnenschutzmitteln zählt eine Kopfbedeckung, die vor zu großer Strahleneinwirkung schützt. Ebenso wichtig sind helle, locker anliegende Kleidungsstücke, die zwischen Körper und Stoff einen erfrischenden Luftzug bildet. Vorsicht auch vor zu schnellen Wechseln zwischen erträglich kühlen Zimmern und der prallen Sonne, sie können leicht zu Kreislaufbeschwerden führen. Anstrengende Arbeiten sollten längere Zeit vor dem Wechsel besser gemieden werden, stattdessen ist einmal mehr Ausruhen angesagt.

Nasse Erfrischungen sinnvoll und richtig dosieren

Natürlich freuen sich viele Menschen, Senioren und behinderte Mitmenschen bei großer Hitze auf erfrischende Duschen. Dies ist sogar mehrfach am Tag möglich, allerdings mit einer Einschränkung: zu trockene Haut. Dabei ist es sinnvoll, schnelle Temperaturwechsel, also zu kaltes Wasser, möglichst zu vermeiden. Beginnen sollte die Dusche stets mit lauwarmem Wasser, das man nach und nach kühler einstellen sollte. Ansonsten könnte ein plötzlich auftretender Kreislaufkollaps die Folge sein. Ausreichend als Alternative raten Experten dazu, den Körper lediglich mithilfe eines Waschlappens und lauwarmem Wasser nur leicht zu benetzen, um die Haut auf diese Weise entsprechend abzukühlen.
Eine Fahrt zum nächsten Freibad, See oder Fluss kann ebenfalls hilfreich gegen Hitze sein. Jedoch sollte man unbedingt die Wassertemperatur prüfen und nicht unbedarft einen Sprung ins kalte Nass wagen. Selbst gesunde Menschen unterliegen in diesen Fällen allzu oft einem Kälteschock.

Eine gute Nacht trotz Hitze

Tropennächte lassen Senioren nur schlecht schlafen. Selbst die Bettdecke stört, Bettwäsche nimmt die ausgeschwitzten Flüssigkeiten auf. Ein wirkliches Patentrezept gegen die nächtliche Hitze gibt es jedoch nicht. Weder helfen nasse Handtücher vor den Fenstern, noch sind diese tatsächlich wirksam. Nichts dagegen einzuwenden wären allerdings offen stehende Fenster, die wenigstens zu einer kühlenden Luftzirkulation führen können. Daher gilt der beste Tipp, das Schlafzimmer tagsüber komplett abzudunkeln und sich, wenn überhaupt, nur mit einem leichten Laken zuzudecken und ein leichtes Shorty, Nachthemd oder einen Schlafanzug aus Baumwolle zu tragen.
Prophylaktisch hilft es vor dem Schlafengehen, etwas Leichtes zu essen, beispielsweise Kartoffeln mit Quark, ein Brot mit Frischkäse oder eine leichte Gemüsesuppe. Auf allzu deftige und schwere Speisen sollte man allerdings verzichten. Was noch entspannend und schlaffördernd wirkt, wäre eine lauwarme Dusche, um später auftretende Hitzewallungen möglichst zu vermeiden. Wer den Köper noch zusätzlich kühlen möchte, könnte die Haut mit einer leichten Zitronenlotion verwöhnen.
Ein erfrischendes Getränk sollte stets in greifbarer Nähe sein. Besonders wirkungsvoll ist temperiertes Wasser, aber auch Fruchtsaftschorlen oder ungesüßte Kräutertees, aufgepeppt mit einem Spritzer Zitronensaft.

Was bei Hitze gegen schwere Beine hilft

Es ist schon schwer genug, mit Venenproblemen leben zu müssen. Besonders betroffen von dieser Krankheit sind Frauen. Ist die Tageshitze zu hoch, verzichten sie gerne auf das Tragen von Stützstrümpfen. In solchen Fällen sollten die Beine hochgelegt und gekühlt werden. Ein anderer Expertenrat: „Bewegen und Laufen!“ Das fördert die wichtige Durchblutung. Was aber ist, wenn der Hausarzt auf dem Tragen von Stützstrümpfen bestehen muss, etwa im Anschluss einer Thrombose? Dann ist es besser, den Arzt zu fragen, ob der oder die Betroffene ausnahmsweise einmal pausieren darf.

 

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