St. Patricks Day - der irische Nationalfeiertag

St. Patricks Day - eine alte Tradition neu gelebt

Wenn sich am 17. März wieder die gesamte westliche Welt in grüner Farbe zeigt, ist der berühmte St. Patricks Day. Der irische Nationalfeiertag ist das wohl bekannteste Exportprodukt der Insel und wird längst auch auf dem europäischen Festland wie in Amerika gefeiert. Für viele Menschen ist es vor allem ein Anlass Zeit mit Freunden zu verbringen, die aufregenden Paraden zu sehen und das eine oder andere Bier mit einem Segen auf Irland zu trinken. Bis sich der Tag des Schutzheiligen zu einem globalen Feiertag für Menschen entwickelt hat, die sich der irischen Insel nahe fühlen, war es allerdings ein weiter Weg.

Was genau wird eigentlich am St. Patricks Day gefeiert?

Die genauen Ursprünge dieses Feiertags sind heute nicht mehr wirklich mit verlässlichen Quellen auszumachen. Bekannt ist nur, dass an diesem Tag der Heilige St. Patrick gefeiert wird, der gleichzeitig der Schutzheilige des irischen Volkes und der irischen Insel ist. Der Name an sich ist bereits kurios, da St. Patrick wohl überhaupt nicht diesen Namen getragen hat. Glaubt man den Geschichten, so war sein Name Maewyn Succat. Er selbst schien auch kein Ire gewesen zu sein, sondern ein Brite, der als Sklave auf die Insel verschleppt wurde. Von dort aus begann er allerdings sein Werk als Heiliger.

Er befreite sich von seinen Fesseln und war schließlich derjenige, der die damals noch heidnischen Iren in den Schoß der katholischen Kirche führte. Dass das Kleeblatt heute eine so berühmte Position in der irischen Folklore einnimmt, wird darauf zurückgeführt, dass St. Patrick es als Anschauungsmaterial genommen haben sollte. Die drei Kleeblätter symbolisierten die heilige Dreifaltigkeit der Kirche. Ein Prinzip, das auch von den damals noch ungebildeten Heiden verstanden wurde. Heute ist das Kleeblatt natürlich eher mit Glück und Hoffnung verbunden - eine Botschaft, die St. Patrick mit Sicherheit gefallen hätte.

Der lange Weg zum offiziellen Feiertag

Das Datum 17. März ist natürlich kein Zufall. Laut den offiziellen Aufzeichnungen soll es der Todestag des Schutzheiligen gewesen sein. Allerdings hat es viele Jahrhunderte gedauert, ehe diese Tradition aufgenommen wurde. Das lag vor allem daran, dass die damals noch streng katholische Insel nur wenig Sinn und Berechtigung in ausufernden Feiern oder Paraden gesehen hat. Erstmals offiziell eingeführt wurde der Feiertag im Jahr 1903. Allerdings machte auch hier der katholische Kalender ein Strich durch die Rechnung, was große Feiern angeht: Hier beginnt auch die offizielle Fastenzeit vor Ostern. Es war also eher weniger üblich den Tag im heutigen Stil zu feiern.

Das sollte sich ändern, als in Irland 1960 ein Gesetz erlassen wurde, dass es den Pubs erlaubte, auch an diesem Feiertag zu öffnen. Nach und nach wurde es zur Tradition, dass man sich gemeinsam an diesen Orten der Dörfer und Städte einfindet und sowohl Irland als auch seinem Schutzheiligen gedenkt. Dabei waren und sind es weniger die Iren selbst, die in der heutigen Zeit für die Feiern bekannt sind. Vor allem die Auswanderer, die ihren Weg in die Vereinigten Staaten gesucht haben, waren es schließlich, die den St. Patricks Day zu einem internationalen Phänomen gemacht haben. Befreit von den Ketten der katholischen Erziehung uferten die Feiern schnell aus.

Die verschiedenen Feiern rund um die Welt

Die irischen Feiern unterscheiden sich ein wenig von den Festen, die man zum Beispiel in den Vereinigten Staaten oder immer häufiger auch in Deutschland sehen kann. Hier geht es tatsächlich noch vor allem um das Gedenken an den Schutzheiligen der Iren, der mit seiner Botschaft für Freude und Hoffnung steht. Entsprechend kann es sich lohnen, wenn man den Tag einmal auf der irischen Insel verbringen möchte. Neben der größten Parade in Dublin bieten verschiedene Teile der grünen Insel die Möglichkeit, das Fest mehr an seinen kulturellen Ursprüngen entlang zu entdecken. Die Orte Downpatrick und Armagh sind zu nennen - aber eigentlich finden in allen größeren Städten und Dörfern des Landes eigene Festlichkeiten statt.

Ein bisschen weniger kulturell geht es dabei in den anderen Ländern zu. Vor allem die Amerikaner mit irischer Abstammung haben den Tag zu dem Highlight ihres Jahres gemacht. Sie leben die Tradition auf eine besondere Weise. Dabei sind es vor allem die vielen Paraden, die auf der gesamten Welt bekannt sind. Die grüne Farbe dominiert hier das Geschehen ebenso wie das traditionelle Kleeblatt, das in den Staaten nicht mehr mit dem katholischen Glauben verbunden ist. Hier steht es eher für Hoffnung, Glück und Freude und ist das Symbol schlechthin. Viele Bauwerke in den USA werden zu dieser Zeit geschmückt und auch manche Flüsse werden hier zu Ehren des Gedenkens eingefärbt.

St. Patricks Day - wie sollte er in Deutschland gefeiert werden?

Nicht jeder hat die Möglichkeit, diesen speziellen Tag bei seinen Wurzeln auf der irischen Insel oder in den USA zu erleben. Das ist aber nicht schlimm, denn auch in Deutschland hat er sich zu einem besonderen Spektakel entwickelt. Die besten Stationen dafür sind natürlich die irischen Pubs, die besonders in den Großstädten in den letzten Jahren sehr häufig geworden sind. Es ist allerdings wichtig, dass man hier schon einige Monate im voraus eine Reservierung abgibt, da immer mehr Menschen den Tag nutzen, um gemeinsam mit Freunden der irischen Kultur zu frönen. Genau das sollte man an diesem auch tun.

Die irische Musik ist auf der gesamten Welt bekannt und bietet genau die richtige Atmosphäre für eine tolle Feier. Natürlich sollte man die Gelegenheit nutzen und sich in den Nationalfarben des Staates kleiden. Besonders bekannt sind auch die Hüte, die am liebsten von den Brauereien der Insel ausgegeben werden. Bei dieser Gelegenheit lohnt sich auch ein Blick auf die irische Küche, die in Europa noch immer ein wenig unterschätzt wird. Kohl und Fleisch lassen sich zu wunderbaren Eintöpfen verarbeiten, die genau die richtige Grundlage für das eine oder andere irische Bier sind, das man mit Sicherheit im Laufe des Abends genießen wird.

Nur auf eine Sache sollte verzichtet werden: Es heißt St. Patricks Day und auf gar keinen Fall St. Pattys Day. Beachtet man diese einfache Regel, wird man auch von den Einheimischen und "Expats" in den Pubs mit Herzlichkeit aufgenommen. Es gibt nämlich eine Sache, die die Iren neben dem St. Patricks Day auf der gesamten Welt verbindet: Das hohe Maß an Gastfreundlichkeit und die Bereitschaft neue Freundschaften zu schließen.

 

Bildquelle

Shutterstock 238719670

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