Pflegeleichter Garten für Senioren

Viele ältere Menschen besitzen ein eigenes Haus mit Garten. Andere Senioren lieben ihren Kleingarten. Diesen haben sie oft schon viele Jahrzehnte lang gepachtet, und bewirtschaftet. Es wurde im Familienkrise gegrillt, gemeinsam reifes Obst geerntet, und Gemüse für den Eigenbedarf angepflanzt. Der Aufenthalt in der Natur sorgte jahrelang für innere Ausgeglichenheit. Er ersetzte oft sogar den Urlaub. Kinder und Enkel wurden hier groß.

Doch mit steigenden Alter wird manches, was an Gartenpflege anfällt, recht mühsam. Die blühenden Beete befinden sich in Knöchelhöhe. Sie sind nur noch mühsam zu bearbeiten. Der alte Apfelbaum und die Hecke müssten dringlich zurückgeschnitten werden. Das Unkraut vermehrt sich rasanter, als man ihm im Alter entgegenarbeiten kann. Reparaturen fallen an. Kur- oder Krankenhausaufenthalte lassen den einst gepflegten Garten zunehmend verwildern. Die Erholung und Entspannung, die ein eigener Garten bietet, möchte trotz der anfallenden Arbeitslast niemand missen. Doch um der Gesundheit willen sollten alternde Gartenbesitzer bereits beizeiten darauf achten, ihren Garten altersgerecht auszustatten. Ein paar Tipps, wie das vonstatten gehen könnte, sind hier aufgeführt.

Altersgerechte Gärten zeitig ausstatten

Eine der wichtigsten Änderungen, die die Pflege eines Gartens in Alter erleichtern, sind Hochbeete. Beete, die Arbeiten in der Bück-Zone erfordern, machen die Gartenarbeit im Alter unnötig schwer. Hochbeete ermöglichen einerseits ein rückenschonendes Arbeiten, andererseits halten sie Unkraut und Schneckenplagen erfreulich gut fern. Daraus resultiert eine erhebliche Arbeitserleichterung bei gleichbleibenden Ernteerfolgen. Auch die Arbeit, um ein Hochbeet winterfest zu machen, ist leichter getan. Statt den Kleingarten, oder den Garten am eigenen Haus, wegen typischer Altersbeschwerden zunehmend mit Rasenflächen auszustatten, bieten Hochbeete viele altersgerechte Gestaltungsmöglichkeiten.

Zugleich können die Enkelkinder an die Freude am Garten herangeführt werden. Nichts ist aufregender, als das Gedeihen von Radieschen oder Erdbeeren auf Augenhöhe beobachten zu können. Um nun aber die Hochbeete nicht noch auch zum Pflegefall werden zu lassen, sollten für altersgerechte Gärten keine hölzernen Modelle gekauft werden. Diese erfordern früher oder später neue Anstriche, Reparaturen und Holzschutzmaßnahmen. Heutzutage finden sich attraktive Hochbeet-Alternative aus Metall oder Leichtbeton. Diese sind deutlich weniger pflegeintensiv.

Das üppig wachsende Rasen erfordert ebenfalls viel Pflege. Je größer die Rasenfläche ist, desto mehr Löwenzahn möchte sich darauf etablieren. Das erhöht den Arbeitsaufwand. Zu große Rasenflächen sollten nach und nach verkleinert werden. Sie sollten einem neuen Trend zufolge aber nicht mit Stein-Belägen verdichtet werden. Grüne Wohlfühloasen sollten naturbelassen bleiben. Das dient nicht nur der Entspannung und dem Wohlbefinden, sondern auch den vielen Lebewesen, die den Boden bevölkern. Blumenkübel verkleinern die Fläche, die regelmäßig gemäht werden muss. Um das Mähen zu vereinfachen, sind befahrbare Mähkanten sinnvoll. Wer nicht mehr selbst den schweren Benzinrasenmäher bedienen möchte, schafft sich einen leichten Akku-Mäher, oder einen Mähroboter an. Dieser kann entlang der Mähkantensteine seinen Weg suchen.

Dem Unkraut und der Mehrarbeit entgegentreten

Unkraut wuchert bekanntlich überall im Garten - es sei denn, einige besonders belastete Flächen werden mit Rindenmulch bedeckt. Diese natürliche Bodenabdeckung ist geeignet, den Arbeitsaufwand für die Gartenpflege erheblich zu reduzieren. Rindenmulch verringert die Austrocknung des Bodens. Er spart zugleich Gießwasser ein. Andererseits wirkt er als Frost- und Unkrautschutz. Rund um Sträucher und Bäume aufgebracht, können diese attraktiv mit Steinen oder kleinen Zäunchen eingefasst werden. Zu beachten ist jedoch, dass beim Ausbringen des Rindenmulchs mehrere Tage lang der starke Duft der enthaltenen Terpene zu spüren ist. Asthmatiker und duftstoffempfindliche Menschen sollten den Rindenmulch daher nicht selbst ausbringen.

Um sich das schwere Schleppen voller Gießkannen von der Küche bis in den Garten zu ersparen, kann ein Zapfhahn an der Regenwassertonne sinnvoll sein. Wer im Alter nicht mehr so mobil ist, um mit der vollen Kanne lange Wege zu gehen, kann an einer gut erreichbare Stelle im Garten einen Wasserhahn in rückenfreundlicher Höhe installieren lassen. Der Vorteil dieser Installation ist, dass auch der Gartenschlauch oder der Rasensprenger an den Wasserhahn angeschlossen werden können. Damit kann die Gießkanne kleiner gekauft, und nur noch punktuell eingesetzt werden. Alles, was bei der Gartenpflege dem Stressabbau und der Erleichterung dient, ist eine Investition wert.

Das gilt auch für die Wahl der Pflanzen, die im Garten blühen. Je weniger Arbeit diese machen, und je blühfreudiger diese sind, desto besser. Zu bevorzugen sind einheimische Pflanzen, die robust und nach Möglichkeit mehrjährig sind. Auch Blühpflanzen, die sich durch Aussaat selbst vermehren, sind anzusiedeln. Gänseblümchen, Akeleien, Taglilien, Schleifenkraut, Glockenblumen, Kornblumen oder Gelber Sonnenhut sind geeignete Blütenpflanzen mit anhaltender Blüte. An Sträuchern, die keinen Zuschnitt verlangen, sind Rhododendren, Glockenhasel, Schneeball, Zaubernuss oder Chinesischer Blumenhartriegel empfehlenswert.

Verzichten sollten Senioren auf schnell wachsende Sträucher wie Kirschlorbeer, die einheimischen Vögeln keine Nahrung und keine Brutplätze bieten. Zudem neigen solche Hecken in unserem Klima zu Krankheiten. Sie bilden schnell massives Wurzelwerk, das kaum zu entfernen ist. Zu bevorzugen sind blühende Zierkirschen, Magnolien, Japan- oder Fächerahorn, Kugelrobinien oder Trompetenbäume.

Altersgerechte Gartenanlagen sind machbar

Wer im Alter weniger mobil ist, braucht ausreichend breite und ebene Gartenwege. Diese sind gegebenenfalls auch mit einem Rollator oder einem Rollstuhl befahrbar. Die Voraussetzung ist, dass die Gartenwege genügend breit, und vor allem rutschfest sind. Bemooste Steine oder solche, auf denen das Regenwasser lange stehen bleibt, sind bei nachlassender Gesundheit ungeeignet. Stattdessen sind wasserdurchlässige Gehwegsteine mit größeren Poren sinnvoll. Günstige Gehwegsteine verfügen über breite Fugen, in denen Nässe schnell versickern kann. Unbedingt zu vermeiden sind Steine, die bei Eiseskälte Glatteis bilden. Hochstehende Steinkanten sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Sie begünstigen Stürze.

Auch die Beleuchtung im Garten sollte altersgerecht ausgerichtet werden. In den Weg eingelassene Leuchtsteine, oder neben dem Gartenweg aufgestellte Solarleuchten markieren nach Sonnenuntergang den sicheren Heimweg. Potenzielle Stolperfallen im Garten sollten besonders gut ausgeleuchtet werden. Dabei kann es sich um Unebenheiten, Stufen zur erhöht angelegten Holzterrasse, oder um die Übergänge vom Gartenweg zum Rasen handeln. Es dient dem Stressabbau, wenn solche Stolperfallen rechtzeitig entschärft werden, und die Freude am Garten bis ins hohe Alter weiterleben darf.

Blühende Oasen bedeuten Entspannung und Wohlbefinden

Junge Leute, die mit einem schön angelegten Garten aufwachsen, möchten später oft selbst einen haben. Nichts dienst dem Stressabbau besser, als nach der Arbeit in seiner grünen Oase zu entspannen. Doch im Alter sollten verschiedene Sitzgelegenheiten dem Umstand Rechnung tragen, dass der Gartenbesitzer nicht mehr so beweglich und mobil ist, wie früher. Witterungsbeständige Bänke ersparen dem Senioren das Abschleifen und Anstreichen. Zudem sind solche Sitzmöbel meistens frostfest. Die Höhe der Sitzmöglichkeiten sollte so beschaffen sein, dass sie das Aufstehen erleichtern. Ob eine Beton-Sitzbank, eine schöne Metallkonstruktion oder eine Gabionen-Bank angeschafft wird, ist Geschmackssache.

Sonnen- und Sichtschutz ist ebenfalls sinnvoll, zumal diese auch den Wind abhalten können. Das Immunsystem ist im Alter nicht mehr so leistungsfähig. Erkältungen und Hautkrebs können verhindert werden. Falls Lärmschutz notwendig wird, weil der Garten an einer stark befahrenen Straße liegt, sind Lärmschutzzäune oder Gabionen sinnvoll. Ansonsten bieten Ligusterhecken oder hölzerne Sichtschutzwände attraktive Optiken. Interessant sind dabei Sichtschutzzäune, die eine Holzoptik haben, aber auch aus einem robusten Holz-Kunststoff-Gemisch bestehen. Diese Sichtschutzanlagen sind schädlingsresistent, pflegearm und feuchtigkeitsabweisend.

Beim Sonnenschutz ist zu beachten, dass dieser leicht bedienbar sein sollte. Die Beschattung der Terrasse sollte bei Senioren mit möglichst wenig Aufwand ermöglicht werden. Als Möglichkeiten bieten sich eine schräge Holzüberdachung mit Plexiglas-Abdeckung, oder eine Markise, die fest installiert wird und auf Knopfdruck ein- oder ausfährt. Beide bieten Wind- und Sonnenschutz, sind aber auch bei leichtem Regen nützlich. Seitenmarkisen oder Holzwände können zugige Ecken auf der Terrasse abschirmen.

Der Schutz der Gesundheit verlangt einiges an Investitionen. Je früher diese auf die Gartenjahre verteilt, und je besser sie durchdacht werden, desto länger kann der eigene Garten genossen werden. Gärten halten ihre Besitzer oft aktiv im Leben. Wer gute Nachbarschaften pflegt, lebt in schöner Umgebung inmitten der Natur. Er hat immer Hilfe zur Hand, und wird außerdem niemals einsam sein.

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