Entspannungstipps für Senioren

Entspannungstipps für Senioren

Das Bild von alten Menschen als entspannte, zufriedene, dankbare und lebensfrohe Senioren muss korrigiert werden. Die Realität sieht oft anders aus. Doch ohne das Gleichgewicht von Spannungs- und Entspannungsphasen kann der Menschen nicht funktionieren. Mit Entspanntheit sind nicht nur Spannungen im Körper, sondern auch im Gehirn gemeint. Das Loslassen können von Alltagssorgen oder Schmerzen, altersbedingter Langeweile oder familiärem Stress ist für jeden Menschen wichtig. Nicht nur ältere Menschen empfinden eine Dauerbelastung durch innere oder äußere Stressoren als belastend für die Gesundheit.

Ohne ausreichende Entspannungseinheiten gelingt irgendwann keine Konzentration mehr. Doch Konzentriertheit ist bei vielen älteren Menschen bei anstehenden Verrichtungen, beim Spazierengehen mit dem Rollator oder beim Rätselraten als Gehirntraining erforderlich. Nie gab es mehr Wellnessangebote als heute. Das sagt etwas über die Stressdichte aus, der wir in der Moderne gegenüberstehen. Jeder Sportverein bietet heute aus gutem Grund Entspannungstechniken wie Chi Gong oder Yoga an. Beide können auch im höheren Alter genossen werden. Ausbildungsangebote für Entspannungstrainer, -therapeuten oder -pädagogen überschwemmen den Markt. Die Qualität der Ausbildung kann jedoch sehr unterschiedliche Ergebnisse erbringen, weil diese Berufsbezeichnungen nicht geschützt sind.

Entspannung gelingt spontan und in jedem Moment

Wer entspannen möchte, muss dafür keine langen Vorbereitungen treffen oder einen Terminkalender anlegen. Entspannungseinheiten können an jedem Ort und zu jeder Zeit genossen werden. Es ist nicht notwendig, sich dabei immer auf komplizierte Yoga-Asanas, längere Traumreisen oder Meditationssitzungen einzustellen. Wichtig ist jedoch, die entspannenden Phasen am Tag als unverzichtbares "Date" mit sich selbst zu verstehen. Um entspannen zu können, braucht der Mensch keine Ausbildung.

Gönnen Sie sich einfach mal eine Viertelstunde Muße. Schauen Sie aus dem Fenster oder hören sie entspannende Musik. Genießen Sie einen Spaziergang im Herbstwald oder durch eine nahe gelegene Kleingartenanlage. Auch ein schöner Tierfilm kann entspannen. Gemeinsam eine Hockergymnastik auszuführen, oder einfach nur zu atmen und dabei ganz bewusst im eigenen Körper anwesend zu sein, kann eine wunderbare Entspannungseinheit darstellen. Mit gezielten Entspannungsübungen wie bewusstem Atmen, autogenem Training, Traum- oder Fantasiereisen sowie Feldenkrais-Übungen können Senioren Stress, Ängste und Angespanntheit loslassen.

Was definiert eigentlich Entspannungsübungen?

Im Grunde können wir alles dazu zählen, was Spannungen aus der Welt schafft. Eine exakte Definition wäre jedoch sehr weit gefasst. Selbst Experten würden vielleicht keine übereinstimmende Definition von Entspannung zustande bekommen. Kurz gesagt, geht es um den Abbau von inneren und äußeren Spannungen, Erregung, belastenden Sorgen, altersbedingten Schmerzen oder Stress anderer Art. Zum Loslassen sind alle Entspannungsübungen geeignet, die diesen Zweck erfüllen. Ob es sich dabei um meditative Bewegungen, Atemtechniken, meditatives Malen, Fantasiereisen oder gemütliches Schunkeln zu entspannender Musik handelt, ist letztlich egal. Jeder ältere Mensch findet im Tagesverlauf Zeit, um sich solche kleinen Auszeiten zu gönnen. Wenn im Alter kein Raum für Muße ist - wann dann?

Entspannungseinheiten sind auch für Demenzkranke wichtig

Demenz bedeutet nicht automatisch, dass keine Entspannungsübungen mehr ankommen. Ganz im Gegenteil: Viele Demenzkranke leiden an innerer Unruhe. Sie sind orientierungslos und verwirrt. Zumindest in der Anfangsphase ihrer Erkrankung bemerken sie, dass etwas nicht stimmt. Es ist sinnvoll, darüber zu entscheiden, ob Demenzkranke am meisten von Entspannungsangeboten in einer Gruppe profitieren, oder eher von einer Einzelbetreuung durch eine vertraute Person. Jeder Fall liegt anders, auch in der Betreuungsdichte.

Als einer der "Königswege" bei der Entspannungsarbeit mit Demenzkranken gilt die Beschäftigung mit Musik. Entspannende Reiki-Musik oder klassische Musikstücke, die Entspannung bewirken, stellen ein sinnvolles Angebot an Demenzkranke dar. Um die Wirkung solcher Angebote auf solche Menschen zu erforschen, kann einfach mal eine meditative Musik-CD aufgelegt werden. Auf eine geführte Meditation, autogenes Training, Yoga-Asanas oder komplexere Übungen aus dem Chi Gong darf der Betreuende von dementen Menschen aber keine positive Reaktion mehr erwarten.

Welche Entspannungstechniken sind geeignet?

Wer sich intensiver mit diesem Thema befassen möchte, kann sich als Gruppenleiter mit altersgerechten Entspannungstechniken beschäftigen. Dazu gehören Fantasiereisen, sanfte Bewegungsübungen zu Musik, autogenes Training, Atemübungen, isometrische Übungen, einfache Formen der Meditation, altersgerechte Yoga-Übungen und progressive Muskelentspannung. Solche Übungen stärken in einer Gruppe die Lust am Mitmachen und die Konzentrationsfähigkeit. Die Motivation aller Gruppenteilnehmer, etwas für die Gesundheit zu tun und dabei zu entspannen, steigt. Besonders bei Demenz, wenn die Menschen sich in einem Zustand der Auflösung und Angst befinden, und beschäftigt werden möchten, machen Entspannungsübungen Sinn. Sie schaffen Erleichterung, mildern Ängste und Unsicherheit ab, und sind eine willkommene Ablenkung.



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