Eine außergewöhnliche Wohngemeinschaft

Wohnen für Hilfe, ein interessantes Generationenprojekt

Viele ältere Menschen oder auch jüngere Personen mit Behinderung, benötigen im Alltag Hilfe. Nicht immer ist ein Pflegedienst oder der Umzug in ein Heim eine gute Lösung. Das Projekt "Wohnen für Hilfe", kann diese Lücke eventuell schließen. Bei diesem Projekt geht es darum, jüngeren Menschen, die eine Wohnung suchen, eine günstige Unterkunft zu vermitteln und dabei als Gegenleistung älteren oder behinderten Menschen Hilfe im Alltag zu bieten.

Ein gutes Beispiel ist die Wohngemeinschaft des 27-jährigen Studenten Jorge Velasco Lopez mit dem Senior Wolfgang Hardenacke. Die beiden Männer wohnen gemeinsam in einer Wohnung in Köln. Trotz des großen Altersunterschiedes von rund 46 Jahren, ist diese Wohngemeinschaft harmonisch. Der Student aus Mexiko bewohnt ein 25 Quadratmeter großes Zimmer und als Gegenleistung geht er seinem Vermieter zur Hand. So übernimmt er beispielsweise Einkäufe, kümmert sich um die Balkonblumen oder begleitet seinen älteren Mitbewohner bei Arztbesuchen. Miete zahlt er für das Zimmer nicht, lediglich an den Nebenkosten beteiligt er sich. Das Kölner Projekt hat inzwischen einige Freunde gefunden. Etwa 150 solcher Wohngemeinschaften existieren derzeit in der Domstadt.

Zusammenleben einmal anders

Während die meisten seiner Kommilitonen sich mit Gleichaltrigen eine Wohnung teilen, lebt Jorge Velasco Lopez mit einem Senior zusammen. Für den mexikanischen Studenten ist diese Kombination ideal. Er wollte in keine WG mit jungen Leuten ziehen, da er fürchtete, dass diese ihn zu sehr vom Lernen und seinem Studium abhalten könnten.

Ein Zusammenleben dieser Art ist eine Win-Win Situation. Während die jüngeren Leute eine fast kostenfreie Unterkunft bekommen, profitieren Senioren von Hilfe im Alltag und von etwas Gesellschaft. Denn Einsamkeit ist bei vielen älteren Menschen ein großes Thema und wirkt sich häufig negativ auf das Lebensgefühl aus.

Fähigkeit zum Kompromiss ist gefragt

Natürlich ist bei einem solchen Wohnprojekt auch die Fähigkeit zum Kompromiss notwendig. Sagt Heike Bermond, die Leiterin des Kölner Projektes "Wohnen für Hilfe". Darüber hinaus ist eine offene Kommunikation, das heißt das Diskutieren eventuell auftretender Probleme, ein wichtiger Faktor, für den Erfolg einer solchen WG. Denn eines steht fest, das Zusammenleben von älteren Personen und jungen Menschen, ist anders als eine WG mit Gleichaltrigen.

Die Vorteile des Projekts

Der Altersunterschied bei dieser Art Wohngemeinschaft, kann jedoch auch sehr bereichernd sein. Jüngere Menschen lernen von den älteren und umgekehrt. Mit jungen Menschen unter einem Dach zu leben, kann älteren Personen, die sich einsam fühlen, ein positives Lebensgefühl geben und ihnen dabei helfen, länger mobil und aktiv zu bleiben.

Jüngere Menschen, wie Jorge Velasco Lopez, lernen auf diese Weise etwas über die Bedürfnisse älterer Menschen und profitieren von deren Erfahrungen. In manchen Fällen, entwickelt sich sogar so etwas wie eine familiäre Vertrautheit. Dazu muss jedoch die Chemie zwischen beiden Personen stimmen. Bei Wolfgang Hardenacke und Jorge Velasco Lopez, ist dies definitiv der Fall. Der junge Sportstudent, weiß die Möglichkeiten dieser besonderen Wohngemeinschaft zu schätzen. Und auch gemeinsame Interessen, kann es trotz Altersunterschied geben. Gemeinsames Golfspiel mit der Spielekonsole macht den beiden Männern Spaß. So bleibt auch Wolfgang Hardenacke trotz seines fortgeschrittenen Alters länger aktiv.

 

Bildquelle

Shutterstock 1192159213

Zurück