Die Queen wird 93

Happy Birthday her Majesty

Queen Elisabeth II. ist eine Regentin der Superlative. Als sowohl dienstälteste als auch älteste Monarchin der Welt feiert sie 2017 ihr 65. Thron-Jubiläum. Damit überdauert sie sogar die Amtszeit von Königin Victoria, die bisher den britischen Rekord innehält. 13 britische Premierminister treten unter ihrer Regentschaft ihren Dienst an.
Selbst mit über 90 Jahren absolviert Elisabeth II. mit großer Mobilität dank ihres ausgeprägten Pflichtbewusstseins und ihrer eisernen Disziplin noch viele öffentliche Termine. Dafür wird sie weltweit nicht nur unter Anhängern der Monarchie hoch geschätzt.

Thronfolge und Beginn der Regentschaft

Als Elisabeth Alexandra Mary am 21. April 1926 in Mayfair, London, als Tochter von Prinz Albert und Herzogin Elisabeth von York auf die Welt kommt, regiert Ihr Großvater König Georg V. das englische Königreich. Sie steht nach ihrem Vater nur auf Platz drei in der Thronfolge. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Margaret verlebt sie eine unbeschwerte Kindheit, da davon ausgegangen wird, dass der Thronfolger Eduard VIII. nach einer Vermählung selbst für Nachkommen sorgt. Als dieser jedoch 1936 überraschend abdankt, um die geschiedene Amerikanerin Wallis Simpson heiraten zu können, muss sein jüngerer Bruder als König Georg VI. das Amt antreten.
Bereits während der Regentschaft ihres Vaters, beginnt Elisabeth sich auf seine Nachfolge vorzubereiten und erste Pflichten zu übernehmen. Während des Zweiten Weltkriegs leistet sie als erste weibliche Angehörige des Königshauses Militärdienst ab und lässt sich in dieser Zeit zur Automechanikerin und LKW-Fahrerin ausbilden. An ihrem 21. Geburtstag verspricht sie in einer Rundfunkansprache, ihr Leben in den Dienst aller Mitgliedsstaaten des Commonwealth zu stellen.
Als am 6. Februar 1952 Georg VI. an den Folgen eines Lungenleidens stirbt, wird Elisabeth Königin. Die offizielle Zeremonie ihrer Krönung erfolgt erst über ein Jahr später am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey und wird im Fernsehen übertragen. Weltweit sehen ungefähr 300 Millionen Menschen dem damals ersten so großen Medienereignis zu.

Liebesheirat und Familiengründung

Wen sie später einmal heiraten will, weiß die junge Elisabeth schon mit 13 Jahren, denn sie hat sich in ihren entfernten Cousin, den attraktiven Prinz Philip von Griechenland und Dänemark verliebt. Bis zu ihrer offiziellen Verlobung im Sommer 1947 sehen sich die beiden selten, stehen jedoch in ständigem Briefkontakt. Aufgrund seiner zu Teilen deutschen Verwandtschaft ist die Verlobung mit Philip so kurz nach dem Krieg jedoch nicht unumstritten. Zudem besitzt der junge Prinz keinerlei Vermögen. Doch ihre Liebe setzt sich durch und am 20. November 1947 können sich die Thronanwärterin und der Marineoffizier in der Westminster Abbey das Jawort geben. Philip verzichtet auf seine angestammten Titel, tritt zum anglikanischen Glauben über und wird offiziell zum Duke of Edinburgh ernannt. Knapp ein Jahr später kommt im November 1948 das erste Kind, Prinz Charles, zur Welt und Prinzessin Anne folgt im Sommer 1950. Während ihre Kinder unter Obhut in England bleiben, begleitet Elisabeth ihren Mann zwischen 1949 und 1951 für einige Zeit nach Malta, wo er vorübergehend stationiert ist.
Schon vor dem Tod des geschwächten Monarchen Georg VI. zeigt sich die Disziplin der jungen Prinzessin Elisabeth. Immer häufiger übernimmt sie offizielle Termine für den kranken Vater. So überrascht die Nachricht von seinem Tod sie und ihren Mann auf einer offiziellen Reise in Afrika. Sofort kehren sie nach nachhause zurück.
Zur Enttäuschung von Prinz Philip, der seinen Namen Mountbatten bevorzugt, behält Elisabeth II. auf Anraten ihrer Großmutter Königin Mary als Familiennamen den Namen Windsor bei. Doch wird ihm zuliebe 1960 der Familienname Mountbatten-Windsor für Nachkommen ohne königlichen Titel eingeführt. 1960 und 1964 ist Elisabeth erneut schwanger. Die königliche Familie vergrößert sich die um die Prinzen Andrew und Edward.

Regentschaft und Rolle als Staatsoberhaupt

Die Disziplin und der Arbeitseifer von Queen Elisabeth II. sind legendär. Seit Anbeginn ihrer langen Regentschaft reist sie unermüdlich um die Welt und besucht dabei nicht nur die Staaten des Commonwealth of Nations. Sie spricht vor der Generalversammlung der UNO in New York und nimmt in Ottawa, Kanada, an einer Parlamentseröffnung teil. Möglichen Gefahren in Bezug auf ihre Sicherheit bei den vielen Reisen, die sie mit unter auch in Unruhegebiete führen, begegnet sie mit der ihr eigenen Gelassenheit und Erfahrung. International schrumpft jedoch ihre Einflussnahme als Staatsoberhaupt, denn in Afrika und der Karibik erlangen in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mehrere ehemalige britische Kolonien die Unabhängigkeit. Doch ihre Einstellung der Neutralität gegenüber den jeweiligen Ländern und der Grundsatz sich nicht in innenpolitische Vorgänge einzumischen, bringen ihr auch nach der Trennung großen Respekt ein. Hinter den Kulissen soll sie auch auf die Beendigung des Apartheid-Regimes in Südafrika eingewirkt haben, obwohl sie nur selten eigene Ansichten äußert, wie 1991 in einer Ansprache vor dem amerikanischen Kongress. Dort betont sie im Hinblick auf den Irak-Krieg, dass erfolgreiche Verständigung und nicht Gewalt das Erfolgsrezept funktionierender Gesellschaften sei.

Familiäre und persönliche Schicksalsschläge

Privat scheint die Queen ihr Glück mit Ehemann Prinz Philip gefunden zu haben. 2017 feiern sie ihren 70. Hochzeitstag. Den Ehen ihrer Schwester und ihrer Kinder ist dagegen weit weniger Beständigkeit beschert. Sie geraten immer wieder durch Trennungen und andere Skandale in die Schlagzeilen. 1992 lässt sich Tochter Anne von Mark Phillips scheiden und Sohn Andrew trennt sich von Sarah Ferguson. Doch viel härter trifft sie die Schlammschlacht nach der Trennung von Thronfolger Charles und Ehefrau Diana. Als die beim Volk extrem beliebte Ex-Schwiegertochter 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben kommt, stürzt das anhaltende Schweigen von Elisabeth II. die Monarchie in eine Krise. Ihre Untertanen werfen der Queen Kaltherzigkeit vor, weil sie am Buckingham Palast nicht Halbmast flaggen lässt und öffentlich zunächst keine Stellung zu dem Unglück bezieht. Erst als sie in einer Fernsehansprache am Tag der Beerdigung bedauernde Worte findet und Trauer zeigt, schlägt die Stimmung im Land wieder zu ihren Gunsten um. Besonders da sie darin auch die Sorge um ihre Enkel Prinz William und Prinz Harry zeigt, zu denen sie ein enges Verhältnis hat.
Obwohl es im Jahr 2002 mit dem goldenen Thronjubiläum Grund zum Feiern für die Monarchin gibt, trüben die Nachrichten vom Tod ihrer jüngeren Schwester Prinzessin Margaret und ihrer Mutter, der beliebten Queen Mum, die Vorfreude.

Popularität und persönliche Vorlieben

Ihre Robustheit und Mobilität bis ins hohe Alter scheint die Queen von ihrer Mutter, die 102 Jahre alt wird, geerbt zu haben. Noch immer ist Elisabeth II. viel zu Fuß mit ihren geliebten Corgis unterwegs und mitunter sieht man sie sogar noch hoch zu Ross. Heute scheint sie bei ihrem Volk populärer denn je zu sein, vermutlich auch, weil es ihr im Alter leichter fällt Emotionen zu zeigen.
Mit viel Engagement ist die Queen Schirmherrin mehrerer hundert Wohlfahrtorganisationen. Nachdem sich Prinz Philip 2017 aus Altersgründen von allen offiziellen Ämtern zurückgezogen und in den verdienten Ruhestand begeben hat, gibt auch die Queen langsam Verantwortung an die jüngeren Familienmitglieder ab. Bei offiziellen Anlässen lässt sie sich zunehmend von ihnen vertreten. Da ihr ältester Sohn Charles, der Thronfolger, mittlerweile selbst 70 Jahre alt ist, treten dessen Söhne, die Prinzen William und Harry immer häufiger bei repräsentativen Terminen in Erscheinung. Durch ihre Natürlichkeit und Bodenständigkeit sind beide sehr beliebt beim Volk und die Garanten für das Fortbestehen der Monarchie in Groß-Britannien lange nachdem Elisabeth II. einmal abgetreten sein wird.


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