Die Wahl des richtigen Pflegeheims - woran erkennt man eine gute Pflegeeinrichtung ?

Das richtige Pflegeheim – eine Entscheidung mit Folgen


Keine Entscheidung im Alter ist so schwerwiegend wie diese: Soll man sich weiterhin der häuslichen Pflege unterziehen, oder ist es Zeit, über den Umzug ins Pflegeheim nachzudenken? Entscheidet man sich – aus welchen Gründen auch immer – für die zweite Variante, taucht eine weitere, nicht minder wichtige Frage auf: Wie findet man die richtige Einrichtung?

Es gibt viele Aspekte zu beachten, wenn es um die Bewertung eines Pflegeheims geht, von der Ausstattung über die medizinische Versorgung bis hin zum Wohlfühlfaktor, der einem ein gutes Gefühl vermittelt, zusammen mit der Erleichterung, die richtige Wahl getroffen zu haben. Dazu kommen noch fundamentale wirtschaftliche Überlegungen, gipfelnd in der Frage: Befindet sich die Heimunterbringung im persönlichen, finanziellen Rahmen?

Wer sich bei der Auswahl des geeigneten Heims auf eine oberflächliche Begehung beschränkt, wird das im Nachhinein mit großer Wahrscheinlichkeit bedauern. Bei der offiziellen Besichtigungstour, womöglich noch unter der Führung verkaufstechnisch geschulter Berater, sieht jedes Pflegeheim erstklassig aus. Den womöglich vorhandenen, versteckten Mängeln und Defiziten kommt man auf diese Weise mit Sicherheit nicht auf die Spur. Das Auswahlverfahren muss akribisch vorbereitet werden, am besten mit ausführlichen Checklisten, die Sie vor Ort Punkt für Punkt durchgehen sollten. Verlassen Sie sich dabei nicht nur auf die Antworten der Mitarbeiter. Wo möglich, sehen Sie selbst nach, wie die Verhältnisse vor Ort sind. Nur so können Sie sich vor verhängnisvollen Fehlentscheidungen schützen. Der Umzug von der eigenen Wohnung ins Pflegeheim ist aufwändig genug. Da muss nicht noch ein weiterer Umzug wegen einer falsch getroffenen Entscheidung hinzukommen.

Eine Bemerkung vorneweg. Das typische gute Pflegeheim gibt es nicht. Die Definition von “gut” hängt in entscheidendem Maß von den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Für viele Menschen steht die Frage der Verpflegung im Vordergrund. Andere wiederum legen Wert auf ein reichhaltiges Freizeitangebot. Wieder andere sind noch recht sportlich und möchten sich entsprechend betätigen. Dann gibt es Menschen, für die der zwischenmenschliche Kontakt an erster Stelle steht. Sie alle werden die Frage, was ein gutes Pflegeheim ist, unterschiedlich beantworten. Mit anderen Worten: Suchen Sie nicht nach “dem” guten Pflegeheim. Suchen Sie nach “Ihrem” Pflegeheim.

Allerdings sind die Kriterien, was ein schlechtes Pflegeheim ist, durchaus allgemein gültig. Es gibt Defizite, die in jedem Fall inakzeptabel sind, beispielsweise bei der Sauberkeit oder dem Standard der medizinischen Versorgung. Versuchen Sie bei Ihrer Recherche also, mögliche Defizite aufzudecken. Das verschafft Ihnen die Erleichterung, im Fall des Falles immer optimal betreut zu werden.


Checkliste: Erster Eindruck

Es gibt Einrichtungen, die Sie mit einer Unzahl an Diplomen, Zertifikaten, Hochglanzprospekten und aufwändig gestalteten Webseiten beeindrucken möchten. Das mag als erste Information durchaus hilfreich sein. Die wahren Verhältnisse erkunden Sie allerdings nur bei einem persönlichen Besuch vor Ort – am besten unangemeldet. Versuchen Sie, diese Fragen zu klären:

  • Führen Sie Gespräche mit Vertretern der Heimleitung und der Pflegedienstleistung – je ausführlicher, desto besser. Aber bedenken Sie: Ihre Gesprächspartner haben ein kommerzielles Interesse, Sie für sich zu gewinnen.
  • Versuchen Sie herauszubekommen, wer die Pflegekräfte sind, die Sie später betreuen werden, und lernen Sie sie kennen. Schließlich werden Sie später täglich mit Ihnen zu tun haben.
  • Näher an der Realität sind Unterhaltungen mit Heimbewohnern. Kommen Sie mit Ihnen ins Gespräch. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Sie könnten auf Menschen treffen, die sich mit Ihrer Situation nicht abgefunden haben und die Verhältnisse schlechter schildern als sie wirklich sind. Lassen Sie Ihre Menschenkenntnis und Ihr Einfühlungsvermögen wirken und versuchen Sie, den wahren Kern der Dinge herauszuschälen. Achten Sie dabei auch auf die allgemeine Stimmungslage, denn sie sagt besonders viel über die wahren Zustände im Pflegeheim aus. Sind die meisten “gut drauf”, oder eher verängstigt und apathisch? In letzterem Fall sollten Sie der Einrichtung mit einiger Skepsis begegnen.
  • In diesem Zusammenhang: Wie ist die allgemeine Stimmung in der Pflegeeinrichtung? Gleicht sie eher einem Hotel, oder eher einer Klinik? Trifft letzteres zu, sollten Sie vorsichtig sein.
  • Lassen Sie sich zu einem Rundgang durchs Haus einladen. Da Ihr Besuch unangemeldet ist, bekommen Sie auf diesem Weg einen wirklichkeitsnahen Eindruck von der Sauberkeit in der Einrichtung.
  • Wertvolle Informationsquellen sind auch die Angehörigen der Bewohner. Sind zufällig einige anwesend, oder ist einer der Bewohner so freundlich, Ihnen ihre Kontaktdaten zu geben, sprechen Sie mit ihnen. Auf diese Weise sammeln Sie wertvolle Erkenntnisse darüber, wie der tatsächliche Umgang des Personals mit den Heimbewohnern ist und wie man mit Beschwerden umgeht.
  • Ein wertvoller Körperteil zur Bewertung der Pflegeeinrichtung ist Ihre Nase. Wie riecht es im Heim? Angenehm frisch und gepflegt, oder eher muffig oder gar nach Exkrementen? Wenn Sie beim Geruchstest kein gutes Gefühl haben, sollten Sie einen Bogen um die Einrichtung machen.
  • Am Ende Ihres Besuchs lohnt ein kurzer Streifzug durch die nähere Umgebung. Schauen Sie in Cafés oder Geschäften vorbei und fragen Sie, welchen Ruf das Heim im Viertel hat. Auf diese Weise erhalten Sie wertvolle Zusatzinformationen aus unabhängiger Quelle.


Checkliste: Kosten

Ein flüchtiger Blick auf die Preisliste zeigt in vielen Fällen nur die kleine Spitze eines großen Eisbergs. Um sich einen wirklichkeitsnahen Eindruck zu verschaffen, sollten Sie diese Fragen detailliert klären:

  • Wie hoch sind die Anmeldegebühren?
  • Was sind die Kosten für die reine Unterbringung?
  • Was sind die Kosten für die Pflege?
  • Was sind die Kosten für die Verpflegung?
  • Welche Kosten entstehen Ihnen für Raumpflege, Wäsche und weitere Dienstleistungen?
  • Was kosten Strom und Internetzugang?
  • Wenn Sie eine Wohnung beziehen: Was kosten Heizung und Strom?
  • Gibt es eine Regelung für die zeitweise Abwesenheit, beispielsweise im Urlaub, bei einer Kur oder einem Krankenhausaufenthalt, und wie sieht sie aus?
  • Wie hoch ist Ihr Eigenanteil, und wie viel wird von der Pflegekasse übernommen?
  • Falls Sie eine private Pflegeversicherung haben: Wie hoch ist der Kostenanteil, den sie übernimmt?
  • Im Fall, dass Sie den Eigenanteil nicht übernehmen können: Wird er vom Sozialamt getragen, oder müssen die Kinder einspringen?
  • Welchen Betrag erhebt die Einrichtung als Investkosten?


Checkliste: Pflegeheimvertrag

Der Vertrag, den Sie mit der Pflegeeinrichtung Ihrer Wahl abschließen, kann weitreichende Folgen für Sie haben. Eine sorgfältige Prüfung vor der Unterschrift, wenn möglich auch durch einen Rechtsanwalt, kann Sie vor unangenehmen Überraschungen schützen. Diese Fragen sollten Sie auf jeden Fall klären:

  • Wie sieht der Vertragstext aus? Klar und verständlich, oder eher undurchdringliches Juristen-Kauderwelsch? Im zweiten Fall sollten Sie Vorsicht walten lassen: Wer sich schwer verständlich ausdrückt, hat manchmal etwas zu verbergen. In diesem Fall sollte Ihr Anwalt einen Blick darauf werfen.
  • Sind die Kosten transparent und unmissverständlich dargestellt und entsprechen sie den mündlichen Auskünften?
  • Wie ist es um die Kündigungsfristen bestellt? Besonders wichtig: Gibt es ein Kündigungsrecht der Pflegeeinrichtung Ihnen gegenüber? In diesem Fall sollten Sie noch einmal darüber nachdenken.
  • Enthält der Vertrag Wartezeiten oder eine Anmeldefrist, von der vorher noch nie die Rede war? Auch in diesem Fall sollte bei Ihnen ein Warnlicht angehen, wie bei jedem Vertragspunkt, der vorher nicht angesprochen wurde.


Checkliste: Lage

Das schönste Pflegeheim kann sich als Hölle auf Erden erweisen, wenn es beispielsweise direkt neben einer achtspurigen Durchgangsstraße liegt, über die Tag und Nacht der Verkehr braust. Aber es gibt noch eine Reihe weiterer Kriterien, die darüber entscheiden, ob die Pflegeeinrichtung ein akzeptables Umfeld aufweisen kann:

  • Wo genau befindet sich das Heim? Im Zentrum? Zentrumsnah? Fernab vom Schuss ohne Läden und Dienstleister in der Nähe?
  • Wie ist die Lärmbelastung durch Verkehr oder andere Geräuschquellen?
  • Ist die Grundversorgung in unmittelbarer Nähe gesichert? Gibt es Metzger, Bäcker, einen Supermarkt, Drogerie, Reinigung, Ärzte, Cafés und die übrigen Dinge des täglichen Bedarfs?
  • Gibt es ein kulturelles Angebot, das vom Pflegeheim in vertretbarer Zeit und Entfernung erreichbar ist?
  • Können Besucher die Einrichtung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto gut erreichen? Gibt es ausreichend viele Besucherparkplätze?
  • Gibt es einen eigenen Gartenbereich oder sogar einen Park, der groß genug ist, um darin spazieren zu gehen?


Checkliste: Service und Ausstattung des Pflegeheims

Was nützt eine gourmetmäßige Küche oder elegante Aufenthaltsräume, wenn Ihr Zimmer oder Ihre Wohnung im vierten Stock liegt, das Haus aber über keinen Aufzug verfügt? Diese Punkte sollten Sie auf jeden Fall überprüfen:

  • Handelt es sich um eine zertifizierte Einrichtung?
  • Wie groß ist das Pflegeheim? Lassen Sie sich die Zimmerzahl und die Zahl der Bewohner nennen.
  • Wie übersichtlich ist das Pflegeheim? Kann man alles gut finden, oder braucht man einen Lageplan, um den Aufenthaltsraum ausfindig zu machen?
  • Lassen sich alle Bereiche gut mit dem Rollstuhl oder Rollator erreichen, und ist das Pflegeheim insgesamt barrierefrei und behindertengerecht ausgestattet?
  • Gibt es Aufzüge? Es sollten möglichst mehr als einer sein, damit Sie im Fall einer Störung oder bei Wartungsarbeiten nicht in Bedrängnis kommen.
  • Existiert eine aussagekräftige und logische Beschilderung, und wie steht es mit ihrer Beleuchtung? Das ist wichtig, wenn man Orte finden muss, die man in der Regel nicht so häufig aufsucht.
  • Gibt es Einrichtungen zur Freizeitgestaltung? Sind Hobbyräume vorhanden? Gibt es Fernsehräume? Einen Fitnessraum? Verfügt die Anlage über einen Kiosk, einen Friseur, eine Bibliothek, einen Pedikürbetrieb, vielleicht auch über ein Hallenbad?
  • Wie steht die Einrichtungen zu mehrtägigen Besuchen? Gibt es Gästezimmer, die die Besucher buchen können?
  • Kann man private Feiern veranstalten, und gibt es separate Räume dafür?
  • Wenn Sie Haustiere haben: Dürfen Sie sie mitbringen?
  • Gibt es feste Besuchszeiten und Ruhezeiten, die verbindlich eingehalten werden müssen?
  • Gibt es festgelegte Sprechzeiten mit dem Management und der Pflegedienstleitung?
  • Wie ist das Pflegeheim auf Beschwerden eingerichtet? Wie geht es damit um?
  • Gibt es einen Zimmerreinigungsdienst, oder müssen Sie das selbst organisieren?
  • Gibt es eine hauseigene Wäscherei? Ist ein Bügel– und Reparaturdienst vorhanden?


Checkliste: Ausstattung der Wohnung oder des Zimmers

Das ist der Bereich, in dem Sie sich einen großen Teil Ihrer Zeit aufhalten, und es ist Ihr ganz privates Rückzugsgebiet. Hier sollte möglichst alles stimmen, damit Sie sich auf Dauer wohlfühlen. Prüfen Sie diese Punkte:

  • Werden Sie im Einzelzimmer, Zweibettzimmer oder einer Wohnung untergebracht, beispielsweise bei betreutem Wohnen?
  • Hat das Zimmer eine ausreichende Größe, oder müssen Sie sich in ein enges Kämmerchen zwängen?
  • Dürfen Sie Ihre eigene Einrichtung mitbringen?
  • Im anderen Fall: Ist die vorhandene Einrichtung kultiviert und geschmackvoll, oder hat sie eher Sperrmüllniveau?
  • Ist die Wohnung oder das Zimmer vom Allgemeineindruck her angenehm und hell?
  • Verfügt die Wohnung oder das Zimmer über einen eigenen Sanitärbereich mit Dusche oder Bad und Toilette?
  • Verfügt die Wohnung oder das Zimmer über einen Balkon oder eine Terrasse?
  • Enthält die Wohnung oder das Zimmer einen sicheren Aufbewahrungsort für Ihre persönlichen Dinge und Ihre Wertsachen, beispielsweise einen Safe?
  • Gibt es sowohl in der Wohnung oder im Zimmer als auch im Bad ein Notrufsystem?
  • Sind an allen wichtigen Stellen Aufstehhilfen und Haltegriffe vorhanden?
  • Gibt es Anschlüsse für Fernsehen und Telefon? Ist für den Internetanschluss kostenloses WLAN nicht nur in den Gemeinschaftsräumen, sonder auch in der Wohnung oder im Zimmer verfügbar?
  • Bekommen Sie Ihre eigenen Schlüssel für die Wohnung oder das Zimmer und für den Hauseingang, oder müssen Sie strikte Öffnungszeiten einhalten?


Checkliste: Medizin, Therapie und und geschultes Personal

Im Alter ist die Qualität der medizinischen Betreuung vor Ort von strategischer Bedeutung. Sie ist meist der eigentliche Grund, warum man sich für den Umzug in die Pflegeeinrichtung entschieden hat. Daher sollte in dieser Beziehung auch alles stimmen. Prüfen Sie vor allem diese Kriterien:

  • Verfügt die Pflegeeinrichtung über einen eigenen Arzt, oder wird die Versorgung von externen Belegärzten abgewickelt?
  • Wie steht es mit der Personalstärke? Lassen Sie sich den Personalschlüssel zeigen. Wie viele Betreuer sind für wie viele Bewohner zuständig? Wenn die Einrichtung sich weigert, diese Zahlen offenzulegen, müssen Sie davon ausgehen, das hier etwas im Argen liegt, besonders beim persönlichen Schutz.
  • Wie ist das Verhältnis zwischen Fachkräften und ungelernten Kräften? Auch hier gilt: Hält die Einrichtung mit den Zahlen hinter dem Berg, ist Skepsis angesagt.
  • Unterliegt das Personal ständigen Fortbildungs– und Schulungsmaßnahmen? Gibt es spezielle Schwerpunktschulungen, beispielsweise für Krebs, Schlaganfall, Diabetes oder Demenz?
  • Setzt das Pflegeheim auf den Einsatz von Psychopharmaka, oder bevorzugt es alternative Methoden?
  • Wendet die Einrichtung freiheitsentziehende Verfahren an, beispielsweise die Fixierung, oder bevorzugt sie alternative Varianten?
  • Wie hoch ist der Personalbestand beim Nachtdienst? Lassen Sie sich die konkrete Zahl sagen und fragen Sie auch nach der fachlichen Qualifikation des eingesetzten geschulten Personals.
  • Ist der Empfangsbereich durchgehend, also 24 Stunden am Tag besetzt?
  • Dürfen bisherige Ärzte eine laufende Behandlung auch nach dem Umzug in die Einrichtung fortsetzen?
  • Nehmen sich die Pflegekräfte genügend Zeit für die Bewohner, oder erlaubt der Arbeitsanfall nur den Minimalkontakt? Eine realistische Zustandsbeschreibung erhalten Sie am besten durch Gespräche mit anderen Bewohnern.
  • Erhalten die Bewohner im Bedarfsfall Hilfe beim Essen?
  • Welcher Ton herrscht im Allgemeinen zwischen Pflegepersonal und Bewohner? Auch hier erfahren Sie eine Menge durch Gespräche mit bereits erfahrenen Bewohnern.
  • Gibt es ein Angebot an Massagen, und welche Arten sind im Programm?
  • Verfügt die Einrichtung über die Ressourcen, um einen eigenen Fahrdienst oder Begleitdienst zu Therapien oder externen Behandlungen zu organisieren? Gibt es auch einen Service für Besorgungen?
  • Verfügt die Einrichtung über einen hauseigenen Sozialdienst? Hilft dieser auch beim Abfassen von Anträgen für Hilfsmittel oder Pflegestufen?
  • Gibt es seelsorgerische Betreuung für Bewohner und Angehörige? Ist auch der Bereich der Sterbebegleitung vorgesehen?
  • Gibt es zusätzlich ehrenamtliche Betreuer, die den Bewohnern zur Verfügung stehen?


Checkliste: Verpflegung

Essen hält Leib und Seele zusammen. Das gilt in jedem Alter, wird aber besonders wichtig, wenn man der Versorgungsqualität innerhalb einer Pflegeeinrichtung ausgesetzt ist. Wenn hier nicht alles in Ordnung ist, kann sich der Heimaufenthalt schnell zur Qual entwickeln. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Wie viele Mahlzeiten täglich bietet die Pflegeeinrichtung an?
  • Präsentiert die Speisekarte eine vielfältige, abwechslungsreiche Auswahl, oder gibt es alle paar Tage immer wieder das gleiche?
  • Sind die Speisen frisch und sorgfältig zubereitet?
  • Wird das Essen in der Einrichtung gekocht, oder kommt es von einer externen Großküche? Bitte denken Sie daran: Essen aus einer externen Quelle muss nicht schlechter sein als direkt vor Ort zubereitete Gerichte. Es kommt auf die Qualität und das Know-how an. Das kann unter Umständen bei einem externen Spezialisten besser sein als bei selbst gekochter Verpflegung. Nachteil: Ein externer Dienstleister kann nicht auf individuelle Wünsche reagieren. Am besten lassen Sie sich zu einem Essen einladen, dann wissen Sie, wie Sie bei der Einrichtung dran sind.
  • Hat die Pflegeeinrichtung feste Essenszeiten, die eingehalten werden müssen? Können Sie Speisen und Getränke auch außerhalb der offiziellen Essenszeiten erhalten?
  • Achtet die Pflegeeinrichtung auf Allergiker und nimmt bei der Verpflegung Rücksicht darauf?
  • Gibt es Spezialdiäten für bestimmte Krankheitsbilder, beispielsweise Bewohner mit Schluckbeschwerden oder Diabetiker?
  • Ist es möglich, sich das Essen auf dem Zimmer servieren zu lassen?


Checkliste: Beschäftigung und Freizeit

Wer nicht aktiv ist, kann leicht in Apathie verfallen. Prüfen Sie, ober die Pflegeeinrichtung ausreichend viele Angebote bereithält, um Ihren Unternehmungsgeist nicht zu behindern. Achten Sie auf diese Punkte:

 

  • Gibt es Aktivitäten zum Spielen, Tanzen, gemeinsamem Lesen? Werden Gruppen für Gehirntraining, Gymnastik, Bildung und kreatives Gestalten angeboten? Bekommen Sie Gelegenheit für gemeinsame Spaziergänge, kulturelle Exkursionen, Kino–, Theater– oder Zoobesuche? Können Sie an Gottesdiensten teilnehmen?
  • Gibt es besondere Aktivitäten für Menschen, die von Demenz betroffen sind?
  • Besteht ein getrennter Wohnbereich für Demenzbetroffene?
  • Ist die Pflegeeinrichtung sowohl innen als auch im Außenbereich für die Aufnahme von Demenzbetroffenen eingerichtet? Gibt es ausreichenden Schutz gegen den Impuls des Weglaufens bei Demenzbetroffenen? Wird ihnen dennoch ein genügend großer Bewegungsspielraum eingeräumt?

Auch die ausführlichsten Checklisten können nicht alle Aspekte des anstehenden Pflegeheimaufenthalts restlos beleuchten. Ein gewisser Unsicherheitsfaktor bleibt immer bestehen. Doch es gibt eine zuverlässige Methode, sich einen realitätsnahen Eindruck von der Pflegeeinrichtung zu verschaffen: das Probewohnen. Quartieren Sie sich im Pflegeheim Ihrer Wahl einfach für eine gewisse Zeit ein! Dann erleben Sie aus erster Hand, ob die Einrichtung Ihren Erwartungen entspricht oder nicht. Dieses Recht steht Ihnen gesetzlich zu – es ist im Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) festgeschrieben. Und wenn sich die Einrichtung trotzdem weigert, haben Sie die Gewissheit, dass sie etwas zu verbergen hat.

Ein kleiner Zusatztipp zum Schluss: Haben Sie keine Angst, dass Sie Ihre Kinder in den Ruin treiben, wenn Sie sich für ein Pflegeheim entscheiden. Niemand darf von Ihren Familienangehörigen verlangen, dass sie Vermögenswerte auflösen – beispielsweise die eigene Wohnung oder das eigene Haus verkaufen – um Ihre Pflege– und Unterbringungskosten zu bezahlen. Auch dem hat der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben.

 

Bildquelle

Shutterstock 360720728

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